Brasilien

Samba und Kaffee in Brasilien

Kaffee ist in Brasilien allgegenwärtig. Genannt wird er „Cafezinho”, was starker, schwarzer Kaffee ist, der in kleinen Tassen sehr heiß getrunken wird. Das Land ist der größte Kaffeelieferant der Welt. Von weltweit 15 Milliarden Kaffeepflanzen existieren alleine vier Milliarden in Brasilien. Doch der großflächige Anbau ist nicht nur Segen für das Land.

Mehr als 200 Millionen Brasilianer leben im größten Land Südamerikas. Das Land wird im Norden durch die Regenwälder des Amazonas und im Süden durch Gebirge und Hochebenen geprägt. Die Anbaugebiete des Kaffees sind einmal rund um die Großstädte Rio de Janeiro, São Paulo und Belo Horizonte. Auch in den Savannen in Zentralbrasilien und im weiter südlich gelegenen Bundesstaat Paraná wird angebaut. Diese Regionen zusammen liefern alleine 98% der brasilianischen Kaffeeernte.

Insgesamt werden die Coffea-Pflanzen in 17 von 26 Bundesstaaten angebaut. Dabei werden Arabicas und auch Robustas vieler verschiedener Varietäten angebaut. Geschmacklich können sich die Bohnen einer gleichen Sorte je nach Bundesstaat trotzdem extrem unterscheiden. Zum einen gibt es in Brasilien viele Bohnen mit Durchschnittsqualität, die in jedem Supermarkt zu finden sind. Aber im Land werden auch einige Raritäten produziert. Die schaffen es nur meist gar nicht bis zu uns, da die Brasilianer selbst einen so hohen Verbrauch haben, dass sie die hochwertigen Sorten selbst konsumieren.

Brasilianische Vielseitigkeit

Wie schon erwähnt ist die Herkunft der Bohne sehr entscheidend für den Geschmack. Die Sorten, die aus der atlantische Küstenregion kommen, zeichnen sich durch ihr Seewasser-Aroma aus. Im südöstlichen Teil werden größtenteils Bourbon-Varietäten angebaut, die sehr mild aber gleichzeitig würzig im Geschmack sind. Außerdem haben diese Bohnen einen Hauch von Vanille. Insgesamt ist Kaffee aus Brasilien bekannt für seine Milde und ein samtiges Mundgefühl. Die Brasilianer selbst trinken gerne den „Rio”, ein Kaffee mit einer leicht medizinischen Note.

Die bereits erwähnte durchschnittliche Qualität der Bohne hängt mit dem Ernteverfahren zusammen. Dieses verläuft nämlich meist maschinell. So werden auch die unreifen Bohnen mit gepflückt. Doch es gibt auch hochwertige Varietäten, die von Hand geerntet werden.

Verarbeitet werden die Bohnen in Brasilien recht klassisch per Nassaufbereitung. Bei der Fermentation verbleiben die Bohnen je nach Witterung zwischen 6 und 80 Stunden in einem Wasserbecken. Die Kerne trocknen dann in der Sonne, teilweise trocknet man sie auch maschinell. Ein Teil der brasilianischen Bohnen wird auch trocken aufbereitet, um einen kräftigeren Geschmack und einen höheren Koffeingehalt zu erzielen.

Die Schattenseiten Brasilianischer Kaffeeproduktion

 Der Kaffeeanbau in Brasilien geht allerdings nicht nur sauber zu. Um hohe Erträge zu erzielen und die Bohne vor Schädlingen zu schützen werden hochgefährliche Pestizide eingesetzt. Dadurch sind Boden und Wasser des Landes stark kontaminiert. Die Folge daraus sind Vergiftungserscheinungen bei den Plantagenarbeitern, da diese nicht ausreichend aufgeklärt werden und es oft an Schutzkleidung mangelt. Das Problem ist im Land schon lange bekannt. Mit Gütesiegeln wie zum Beispiel „Fair Trade” und Rainforest Alliance versucht man in die richtige Richtung zu kommen und den Kaffeeanbau nachhaltiger zu gestalten.

 

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